Branchen


»Wir kombinieren Online- und Außenwerbung«

Ein Gespräch mit Birgit Oßendorf-Will der Personalleiterin der Ströer-Gruppe.



Ströer ist vor über 60 Jahren gegründet worden und jetzt sitzen wir hier in der Ströer Allee Nummer 1. Ein Symbol, wie erfolgreich das Unternehmen ist. Was macht ein Multi Channel Medien Haus?

Birgit Oßendorf-Will: Was Ströer ausmacht, ist zunächst das klassische Außenwerbegeschäft mit Plakatwerbung: Die Ströer Gruppe vermarktet rund 300.000 Außenwerbeflächen, darunter Plakatflächen, Litfaßsäulen, Werbeflächen auf Uhren oder an Wartehallen. Zudem vermarkten wir auch Werbeflächen im Internet. Unsere werbungtreibenden Kunden können damit ihre Kunden vollumfänglich und in vielen Situationen erreichen. In einem weiteren Schritt haben wir unser mediales Angebot um eigene, digitale Content-Medien – wie zum Beispiel giga.de und t-online.de – sehr erfolgreich erweitert. Innerhalb der letzten drei Jahre hat Ströer so die Wandlung von einem reinen Außenwerbeanbieter hin zu einem integrierten und digitalen Medienhaus vollzogen und gehört heute über alle Medien hinweg zu den drei großen Vermarktern im deutschen Werbemarkt.

Als Beispiel: Ich will als Unternehmen ein neues Kosmetik-Produkt oder eine neue Limonade bewerben und komme dann zu Ströer und frage, welche Werbeflächen gibt es dafür?

Vielleicht würden sie fragen, wie kann ich mein Zielgruppe idealerweise erreichen. Dann haben wir diese Antwort: Ob in der klassischen Außenwerbung oder im Netz, wir haben immer das passende Angebot. Egal wo sie in Deutschland ihr Geschäft haben und werben wollen, eines von unseren 40 Büros ist in der Nähe und bietet dort unsere Werbeflächen in Zusammenarbeit mit Agenturen lokal wie national an.

Hat die Digitalisierung Ihr Unternehmen umgekrempelt?

Zum Teil. Richtig ist, mit einer Monokultur der Werbevermarktung können wir als Medienunternehmen nicht mehr bestehen. Wir haben uns alle Medien nutzbar gemacht. Wenn Sie heute Kunden erreichen wollen, haben Sie über digitale Plattformen eine andere, zusätzliche Sichtbarkeit. Wir bieten medienübergreifende Möglichkeiten, Produkte und Themen bekannter zu machen. Durch diese Ergänzung wurde Ströer innerhalb von nur zwei Jahren zum größten Digitalvermarkter, zu einem der größten digitalen Publisher sowie insgesamt zum größten Werbevermarkter in Deutschland hinter den TV Anbietern. Unsere Relevanz im Werbemarkt und als Ansprechpartner für Agenturen ist somit gestiegen.

Das Geschäft wandelt sich und wir sind mehr und mehr in einem digitalen Umfeld unterwegs.

Sie sind für den Personal-Bereich verantwortlich. Wo sehen Sie momentan den größten Personal-Bedarf?

Ganz klar: IT. Das Geschäft wandelt sich und wir sind mehr und mehr in einem digitalen Umfeld unterwegs. Digitalisierte Prozesse und Daten bilden die Grundlage für die veränderten Geschäftsmodelle in der Mediabranche. Nur durch die richtige Analyse und Interpretation von Daten wird man in Zukunft in der Lage sein, wichtige und tief greifende Annahmen über Zielgruppen zu treffen und Kommunikationslösungen individuell und treffend für Marken zu gestalten.

Auf dem Ströer-Internetauftritt gibt es Case Studies, wo man sehen kann, wie eine bestimmte Marke beworben wird. Und ich kann selber eine Kampagne planen: wann und wo soll sie zu sehen sein, für welche Zielgruppe und welches Budget steht dafür zur Verfügung. Wird die Buchung von Werbekampagnen in Zukunft nur noch digital ablaufen?

Digitale Werbeflächen – auch die digitalen Außenwerbeflächen – werden zum Teil automatisiert gehandelt und gebucht. Das bedeutet: Was früher in Handarbeit gemacht wurde, kann jetzt über Technologie abgewickelt werden. Und deswegen brauchen wir Mitarbeiter mit IT- Qualifikationen. Das sind auch die Jobs, wo jetzt mehr und mehr ausgebildet wird. Die Technik kann aber nicht die persönliche Beratung ablösen.

Sie bilden Kaufleute für Büromanagement wie Mediengestalter/innen Digital und Print aus. Aber eben auch Fachinformatiker/innen?

Eine Zeit lang haben wir sehr stark in der Ausbildung in administrative Themen investiert. Jetzt brauchen wir mehr IT- Knowhow. Es ist ein Unterschied, ob die Mitarbeiter nur das Projektmanagement kennen oder ob sie auch die Technik dahinter verstehen. Deswegen wandelt sich bei uns auch die Ausbildung und welche Ausbildungsberufe wir anbieten. Wenn jemand bei uns eine Ausbildung macht, durchläuft er viele Abteilungen. Sowohl diejenigen, die man als klassische Zentralfunktionen bezeichnet, wie Buchhaltung, Personal, Einkauf aber auch die Bereiche, in denen unsere Kunden direkt beraten werden.

In der Betreuung der Kunden übernehmen die Mediaberater eine zentrale Funktion. Sie  informieren über das Portfolio der Werbemöglichkeiten?

Unsere Mitarbeiter betreuen Kleinkunden wie Großkunden. Sie sind in der Lage unseren Kunden individuelle Angebote machen zu können – egal ob in der Außen- oder der Onlinewerbung. Da geht es um das klassische Kampagnen-Management.  Beim klassischen lokalen Kunden, wie der Kfz-Werkstatt um die Ecke, geht der Mediaberater persönlich hin und fragt: „Du hast dein Geschäft hier, möchtest du nicht auf dieser Uhr auf dich hinweisen?“. Er kann der Werkstatt aber auch im Internet eine Sichtbarkeit anbieten, so dass die Werkstatt von regionalen Kunden schneller im Netz gefunden wird.

Für den Vertrieb vor Ort gibt es eine Bewerbungsform, bei der man fünf Fragen beantworten soll. Und zusätzlich einen kurzen Text schicken, warum man bei Ströer genau richtig wäre.

Im lokalen Vertrieb bauen wir gerade einen flächendeckenden Vertrieb für lokale Werbeprodukte in Deutschland mit 1.000 neuen Verkäufern auf. Wir kombinieren erstmals Online- und Außenwerbeprodukte für lokale Kunden. Wenn wir in diesem Umfeld rekrutieren, suchen wir die idealen Verkäufer. Der ideale Verkäufer hat Spaß daran Kunden einen Mehrwert zu verkaufen. Wer sich über die Webseite www.die-besten-zu-stroeer.de meldet, wird innerhalb von 24 Stunden für ein erstes Telefoninterview angerufen. Das geht ganz zügig.

Ist der Bedarf an Mitarbeitern, die die Werbeformate kennen, so groß?

Wenn wir den Endkunden wirklich gut bedienen wollen, brauchen wir Menschen vor Ort. Manches kann per Telefon erledigt werden. Aber häufig ist es wichtig, vorbei zu gehen und das persönliche Gespräch zu suchen. Es geht auch darum, die Gegebenheiten vor Ort zu kennen. Werbung muss an die unterschiedlichen Städte angepasst sein.<ins></ins>

„You hire for attitude.“ Zeugnisse sind auch wichtig, aber letztendlich kommt es auf die Persönlichkeit an.

Sie sorgen als Personalleiterin dafür, dass Talente den Weg hier ins Unternehmen finden.  Wie rekrutieren Sie bei Nachwuchskräften?

Wenn wir für andere Positionen suchen, reichen fünf Fragen und Antworten nicht. Bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen ist meine Devise: „You hire for attitude.“  Zeugnisse sind auch wichtig, aber letztendlich kommt es auf die Persönlichkeit an. Ob jemand ein Ziel hat und zu unserem Unternehmen passt. Ich gebe mal ein Beispiel: Eine junge Dame macht seit einem Jahr ein duales Studium und hat sich bei mir über Xing gemeldet, weil sie gerne den Ausbildungsbetrieb wechseln will. Ich habe mit ihr telefoniert und hatte einen positiven Eindruck. Sie war offen, sozial engagiert, hatte gute Antworten auf die Fragen: „Was erwarten Sie von Ihrer Ausbildung? Wo wollen Sie hin?“.  Deshalb haben wir sie zu einem Gespräch eingeladen. Mit einem Abiturzeugnis von 3,x wäre sie sonst wahrscheinlich ausgesiebt worden. Jetzt setzt sie bei uns ihr duales Studium fort. Warum? Weil sie die richtige Haltung hat. Trotzdem ist natürlich wichtig, dass man bestimmte Dinge beherrscht. Wir hatten einen Kandidaten, der hatte noch nie etwas vom Dreisatz gehört. Das ist einfach eine elementare Grundlage.

Um welche Fächer geht es im Zeugnis?

Mathematik, Deutsch und idealerweise auch eine Fremdsprache. Insbesondere im IT-Bereich reicht ein bisschen Fachjargon nicht aus.

Neben der Ausbildung bieten Sie das duale Studium an. Wird darüber der Führungsnachwuchs entwickelt?

Ob Führungsnachwuchs oder Experte, es gibt gute Voraussetzungen für beide Gruppen. Wir haben auch Auszubildende, die anschließend bei uns ein Studium machen.  Wenn wir einstellen, dann in einem guten Mix, weil wir Aufgaben mit  unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden haben.

Das wichtigste ist, neugierig sein und neugierig bleiben. Denn das erleichtert, mit Veränderungen umzugehen.

Mit dem Blick auf die Zukunft:  worauf sollten sich heutige Berufseinsteiger vorzubereiten?

Das wichtigste ist, neugierig sein und neugierig bleiben. Denn das erleichtert, mit Veränderungen umzugehen. Veränderungen haben für viele erst mal ein Bedrohungspotential. Und wenn man in einer Veränderungssituation ist, sieht man das nicht unbedingt als Chance, sondern als Schwierigkeit. Es gibt eine schöne Redewendung: das Einzige, das sich gerne ändern möchte, ist das Baby, das in einer nassen Windel steckt. Ansonsten fühlen sich viele Menschen eher in einem stabilen Umfeld wohl und sehen keine Notwendigkeit, sich zu verändern. Aber das ist bei uns im Unternehmen anders. Man darf neugierig sein. Man sitzt eben nicht in einem Zimmer und bleibt dann die nächsten Jahre dort und macht immer die gleiche Arbeit. Sondern bei uns ist es so, dass man neugierig sein kann und immer auch wieder nachfragen darf, wo kann ich einen Beitrag leisten? Und dann ist wichtig: keine Scheu vor Technik zu haben. Ich bin ein großer Verfechter von MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik, weil das im heutigen Leben sehr präsent ist und die Zukunft bedeutet.

Die Konzernzentrale in Köln
Ist das besonders ein Rat an Berufseinsteigerinnen?

Ja, natürlich! Es ist das Gender-Thema. Vor kurzem habe ich eine Untersuchung darüber gelesen, wann die Prägung anfängt, dass Mädchen mit Puppen und Jungen mit Autos spielen. Und dass die Erzieher eingreifen, wenn Jungen beginnen, mit Puppen zu spielen. Das wird nicht so leicht akzeptiert. Obwohl sie sich doch später als Väter auch um ihre Kinder kümmern sollen. Dass Mädchen mit Autos spielen, wird eher akzeptiert. Also bitte die Mädchen machen lassen. Sie sollen sich mit Technik und IT auseinandersetzen.

Wer in der Vermarktung digitaler Formate arbeitet, sollte sie oder er die Formate und die Bedürfnisse der Kunden kennen, aber auch verstehen, wie die Technik hinter den Werbeformaten funktioniert?

In vielen Jobs reicht bestimmt ein Grundverständnis. Nicht jeder muss alle Bits und Bytes im Detail kennen. Aber wir brauchen ganz sicher diejenigen, die sich in Bits und Bytes gut auskennen, um möglichst schnell agieren zu können. Und um für die  Geschwindigkeit, in der sich Themen ändern, bereit für sein.

Männer sagen: „Ich schaffe das!“, wenn sie nur 60 Prozent der geforderten Fähigkeiten mitbringen.

Ströer beschäftigt momentan über 4.000 Menschen. In so einem großen Konzern darf man auch neugierig sein, wie man den eigenen Karriereweg gestalten kann?

Es geht darum, Chancen zu nutzen. Viele Mitarbeiter, die schon lange im Konzern sind, haben mir berichtet, dass sich für sie immer wieder eine neue Aufgabe ergeben hat. Wenn sie gesagt haben: „Das könnten wir vielleicht anders machen?!“ hat einer geantwortet: „Mach!“ Und dann haben sie die Möglichkeit genutzt. Das war aber zu einer Zeit, als das Unternehmen noch kleiner war. Jetzt müssen wir auch mal die Türen zeigen, und sagen: „Komm, da ergäbe sich eine Chance! Da könntest du dich einbringen, um durch diese Tür zu gehen.“ Das ist auch ein Gender-Thema. Männer sagen: „Ich schaffe das!“, wenn sie nur 60 Prozent der geforderten Fähigkeiten mitbringen. Bei Frauen müssen es schon 85 bis 90 Prozent sein, bevor sie sagen: „Das kann ich und das mache ich.“

Das ist auch bei Stellenanzeigen so. Frauen bewerben sich, ganz gewissenhaft, nur, wenn sie fast alle geforderten Punkte erfüllen. Männer sind da schon mal „großzügiger“ und bewerben sich, wenn sie nur die Hälfte des Profils mitbringen. Wie sieht der perfekte Bewerber für Ströer aus?

Jemand, der bei uns beginnt, der sollte die Neugier immer beibehalten. Und außerdem Durchhaltevermögen und Verbindlichkeit zeigen. Das ist für Jugendliche oft schwer. Sie leben in einer „Maybe-Gesellschaft“, oft heißt es: „Na, treffen wir uns um acht. Ach, ich sag dir nochmal um fünf vor acht Bescheid, ob ich auch wirklich komme.“ Das ist im Job nicht möglich. Im Job ist Verbindlichkeit wichtig, das müssen Jugendliche verstehen. Mein Tipp: Möglichst viele Gespräche führen und nicht scheu sein auch mal nach Feedback zu fragen. Dann kann man sich besser entscheiden, welchen Berufsweg und welche Karriere man anstrebt. Kurz gesagt: Nichtentscheidung ist auch eine Entscheidung, aber die führt zu keinem Ziel.

Vielen Dank.

Das Gespräch führte Anne Schulz, Medienkarriere.NRW


zur Person

Birgit Oßendorf-Will (Mitte)

Beruf:
Personalleiterin der Ströer-Gruppe

Ausbildung:
Studium der Betriebswirtschaft, Spezialsierung auf Personal-Themen  

Was lieben Sie an Ihrem Beruf?

Mich begeistert zu sehen, wie Menschen wachsen können. Und mich begeistert, wenn die Kombination gelingt, dass Unternehmen besser werden können, wenn Menschen motiviert sind.

Was schieben Sie auch mal vor sich her?

Eigentlich nur die Themen, die mich wenig interessieren, aber die auch gemacht werden müssen. Dann brauche ich den Termindruck.

Gibt es jemanden, der Sie in Ihrer Berufsbiografie besonders beeindruckt hat?

Mein erster Chef. Er hat nach einem Jahr zu mir sagt: “Sie sehen das alles hier nur als Job.“ Und ich hatte das Gefühl, ich stemme ein Thema nach dem anderen, arbeite an den Wochenenden und bringe mich total ein. Da habe ich gemerkt, dass es wichtig ist, die Dinge nicht nur zu machen, sondern auch drüber zu reden!

Und mich hat beeindruckt, in unterschiedlichen Kulturen zu arbeiten. Ich habe viel für amerikanische Unternehmen in Deutschland gearbeitet, auch europäische Verantwortung übernommen. Das war schon eine sehr prägende Erfahrung, diese Kulturen mitzuerleben und sich auch daran anzupassen. Wenn jemand zum Beispiel sagt: „If I would be you, I would..“ ist das eine sehr höfliche, englische Form von: „Das ist Quatsch, was gerade gemacht wird“ – wie das vielleicht ein Deutscher sagen würde.

Wenn jemand neu in den Beruf einsteigt, auch einen Bachelor in BWL mit Personalschwerpunkt hat, was ist da wichtig?

Anzufangen! Viele Dinge kristallisieren sich erst in den ersten Wochen und Monaten heraus. Ich habe mein Studium durch Sportunterricht finanziert und in den Semesterferien in ganz vielen Unternehmen gearbeitet. Diese Schnupperphasen in den Unternehmen haben mich weitergebracht. Da konnte ich erfahren, wie ist das eigentlich, in einem Unternehmen zu arbeiten? Um später zu entscheiden: Will ich in ein großes oder ein kleines Unternehmen? Will ich Befehlsempfänger sein oder möchte ich etwas bewegen? Kann ich etwas organisieren oder kann ich das nicht? Dieses Erproben würde ich jedem empfehlen. In einem Praktikum oder, mit dem neuesten Begriff, als „Shadowing“.

Sie haben ja eine sehr beachtliche und erfahrungsreiche Karriere gestaltet, was braucht man da?

Neugier auf jeden Fall. Und die Bereitschaft, zuhören zu können. Etwas mit den Menschen gemeinsam bewegen zu wollen. Nicht direkt sagen: „Ich weiß, wie es besser geht!“. Denn jedes Unternehmen tickt anders.

Gibt es für Sie einen Lieblingsort in NRW?

Köln. Ich bin „en echtes kölsches Mädche“.

Wenn Sie Medienministerin in NRW wären, was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Ich würde mir in den Schulen anschauen, was wir an zukunftsorientierter Wissenschaft im Bereich der Medien vermitteln können. Und ich würde versuchen, mit Unternehmen Absprachen zu treffen, dass sie jemanden in die Schule schicken, der das Medienthema vermittelt. Ich erlebe viele Lehrer, die unterrichten wie vor 20, 25 Jahren. Meistens sind die Schüler schlauer als die Lehrer, was Medien betrifft. Da müssen wir Lehrer befähigen, auf Augenhöhe mit den Jugendlichen zu agieren. Häufig geht es nur mit Privatengagement von Lehrern oder Direktoren. Als erste Amtshandlung würde ich prüfen, wie wir das Thema “Wie gehen wir mit Medien um; gibt es ein richtig und gibt es ein falsch?“ in den Unterricht integrieren.

Wenn Sie auf ein Medienprodukt verzichten müssten, worauf könnten Sie am Leichtesten verzichten?

Ich bin ja ein begeisterter Zeitungsleser. Aber auf Fernsehen könnte ich verzichten. Ich gucke mir die Tagesschau meistens nicht live an, weil es zeitlich nicht passt. Sondern erst nachher auf dem iPad.

Und worauf könnten Sie überhaupt nicht verzichten?

Ich möchte alles behalten! Worauf ich gar nicht verzichten könnte, wäre mein Handy.

Gibt es für Sie momentan einen Medientipp, wo Sie sagen, das muss man unbedingt gesehen oder gelesen haben?

Ich bin ein Drei-Bücher-Leser. Ich habe immer ein Buch, wo ich mich sachlich-fachlich mit etwas beschäftige. Dann habe ich ein Buch, um die Seele baumeln zu lassen. Und dann habe ich ein Buch, an dem ich selber schreibe. Im Moment beschäftige ich mich sehr intensiv mit Führen über Distanzen. Das ist ein noch sehr unterbelichtetes Thema. Wir befähigen  Menschen, sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte, zu wenig, damit umzugehen, nicht per Anwesenheit „da“ zu sein. Damit sollte sich jeder mal beschäftigen.

Etwa mit den Problemen bei Telefonkonferenzen, die schon auf Youtube karikiert werden. Ich sage in meinen Teams immer, nicht auf stumm zu schalten oder parallel E-Mails zu beantworten. Dann sind sie nicht in diesem Termin. Es geht darum, wie man konzentriert arbeitet. Die digitale Welt bedeutet für mich nicht undiszipliniert, sondern, im Gegenteil, viel disziplinierter zu sein.

Wenn Sie einen anderen Beruf mal ausprobieren könnten, als den, den Sie jetzt ausüben, welchen Beruf würden Sie gerne mal ausprobieren?

Physiotherapeut. Ich habe mich viel mit Sport beschäftigt. Und das würde mich nochmal reizen, weil sich hier das Arbeiten mit Menschen in einer körperlichen Art und Weise, mit einer geistigen Art und Weise verbindet.

Vielen Dank.