Branche


Vom Klang der Stille zum Rave in der Wüste

Vom 24.- 28. August 2016 findet in Köln die 13. SoundTrack_Cologne statt. Dann heißt es wieder: „See The Sound!“. Als das führende Branchenforum für Film- und Medienmusik in Europa -  so beschreibt sich SoundTrack_Cologne. Mit dem erklärten Ziel, die Komponisten, Produzentinnen und Verwerter zu vernetzen und zu einer Professionalisierung beizutragen. Der Fachkongress wird flankiert durch ein Publikumsfestival mit Filmen über Musik. Viel zu lernen, zu hören und zu sehen also.

Realität und Branche

Der Kongress widmet sich aktuellen Branchen-Themen, so den Auswirkungen der digitalen Nutzung und Produktion.  Unter dem Stichwort „Reality Check“ wird diskutiert: Wie kann das geistige Eigentum geschützt und die informationelle Selbstbestimmung gewahrt werden?  Gefährdet Video-on-Demand die Vergütung der Filmurheber? Sollen die Rechte in einer zentralen Datenbank erfasst werden? Welche Rolle spielen die Verwertungsgesellschaften?

Die Musik-/ Ton-Produktion bei unterschiedlichsten Medien steht bei der Reihe „Composing for..“  im Mittelpunkt. In „Composing for Videogames“, „for Movie“ oder „for TV“ finden Werkstattgespräche mit Komponist/innen statt. Erfahrene und bekannte Profis wie die Gewinnerin  des British Academy Games Award, Jessica Curry, oder Gary Yershon, der für die Musik zu „Mr. Turner - Meister des Lichts“ 2015 für den Oscar nominiert wurde, sprechen über „persönliche Erfahrungen, Arbeitsprozesse und ihre aktuellen Projekte“. 

Musik und Politik

MAYA ANGELOU AND STILL I RISE,
Bob Hercules, Rita Coburn Whack,
USA 2016

Im Filmfestival werden herausragende Werke von  Komponist/innen, Musiker/innen und Regisseur/innen vorgestellt. „Außergewöhnliche Musikfilme“ werden „auf die große Leinwand“ gebracht, so das Festivalteam, um die Verbindung von Bild und Ton zu demonstrieren.  So werden in Dokumentarfilmen international renommierte Künstlerinnen portraitiert wie  die Sängerin Mavis Staples, der Pianist Seymour Bernstein, der Komponist Samuel Barber oder die japanische Band Peelander-Z.  Der politischen Dimension der Musik widmen sich etliche Festivalbeiträge. Schon der Eröffnungsfilm „Raving Iran“ zeigt, wie persische Techno-DJs ihre „Teufelsmusik“ in der Wüste spielen müssen. Die Dokumentation „The Will Have to Kill Us First“ schildert, dass in Mali die islamistische Machtübernahme die Musiker ins Exil zwingt. Mit Mary Angelou und Nina Simone stehen wiederum Musikerinnen im filmischen Mittelpunkt, die der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung ihre Stimme verliehen haben. Und „Songs from the North“ setzt sich mit der, wohl kaum bekannten, Propaganda-Musik in Nordkorea auseinander. Und wer dann dem Klang der Natur nachspüren will, kann in „In Pursuit of Silence“ dem Wald lauschen. Einige dieser Filme sind zum ersten Mal in der Bundesrepublik zu sehen.

Wettbewerb und Preise

THEY WILL HAVE TO KILL US FIRST, Johanna Schwartz. UK 2015
THEY WILL HAVE TO KILL US FIRST,
Johanna Schwartz. UK 2015

Kein Kongress&Festival, das auf sich hält, kommt ohne Wettbewerb aus. Neben der „Besten Musikdokumentation“ wird auch die beste Musik in einem Kurzfilm ausgezeichnet, und zwar mit dem „PEER RABEN MUSIC AWARD“.

Bei der „EUROPEAN TALENT COMPETITION“ können Studierende der Fachbereiche Musik und Ton europäischer Hochschulen sowie junge Kreative mitmachen. Sie alle reichen eine Neuvertonung desselben Films ein. 2016 ist dies der Animationsfilm „Wrapped“. Ausgezeichnet wird das beste Sounddesign und als weiterer Preis wird der „WDR FILMSCORE AWARD und“ verliehen. Das Publikum kann am 27.8.2016 die zehn nominierten Wettbewerbsbeiträge kennen lernen.

2016, zu 13. Ausgabe von SoundTrack_Cologne, wurde mit der IHK Köln übrigens ein neuer Veranstaltungsort gewählt. Interessierte können eine Vollakkreditierung für alle Veranstaltungen (100 Euro), eine Tageskarte (50 Euro) oder Einzel-Tickets für die öffentlichen Veranstaltungen/Filme (7 Euro) erwerben. Es gibt Ermäßigungen für Studierende.

Anne Schulz