Alternative: Gründung


Die ersten Schritte

Die Zahl der Gründerinnen und Gründer, der Solo-Selbstständigen und frei beruflich Tätigen ist in der Medien- und Kommunikationsbranche besonders hoch. Dazu zählen freie Kameraleute und Journalist/innen ebenso wie Programmierer/innen und Designer/innen. Gerade im Bereich der digitalen Kommunikation, bei Games-Studios, Design-Agenturen usw. sind in den letzten Jahren viele neue Unternehmungen auf den Markt getreten, wurden Start-ups ins Leben gerufen. Das Spektrum ist weit gefächert und reicht von mittelständischen Technologie- und Software-Unternehmen bis zu spezialisierten Fachkräften, die sich mit ihren  Dienstleistungen als Selbstständige erfolgreich auf dem Markt etablieren. Dabei ist auch die Branchenstruktur ein wichtiger Faktor. Bei Berufsprofilen wie Drehbuchautor/in ist die Tätigkeit als Freier/r quasi vorgezeichnet.

Viele schlagen den Weg in Selbstständigkeit direkt aus dem Studium ein, nicht selten bringen sie bereits Projekte, Kontakte und Netzwerke mit, die sie an der Hochschule entwickelt haben. So bilden sich z. B.  während des Filmstudiums berufliche Tandems/Freundschaften, die nach dem Abschlussfilm gemeinsam Projekte in Angriff zu nehmen. An vielen Hochschulen wird das Thema Gründung aufgegriffen, gibt es dazu Service-Angebote.

Ein Beispiel: Beratung von Studierenden,  Absolvent/innen, Studierenden, Mitarbeiter/innen Wissenschaftler/innen der Kölner Hochschulen in allen Fragen der Selbstständigkeit bietet das  z. B. das hochschulgründernetz cologne. Das HGNC ist ein Verbund verschiedener Hochschulen, wie der Cologne Business School, der Deutschen Sporthochschule Köln, der Fachhochschule Köln, der Universität zu Köln, usw.

Andere junge Fachkräfte sammeln zunächst über Ausbildung, Trainee, Volontariate etc. erste Erfahrungen in der Branche, erwerben Praxiskenntnisse und vertiefen ihre Qualifikationen, bevor sie den Schritt in die Gründung wagen. Sie wollen selbst gesteckte Ziele verfolgen, eigene Ideen umsetzen, wirtschaftlichen Erfolg mit  Autonomie verbinden. Für andere Fachkräfte ist die Gründung eine Alternative zum Jobverlust.

Wie auch immer Motive und Ziele sind,  Gründerinnen und Gründer, neue Unternehmen, Selbstständige und Freie können in NRW auf ein vielfältiges Angebot von Beratung, Förderung und fachlicher Unterstützung  zurückgreifen. Im Folgenden sind einige Beispiele aufgeführt.


Fokus: Medien- und Kommunikationsbranche

Um eine branchen-gerechte Beratung und Förderung zu bieten, wurden in NRW, spezialisierte Beratungs- und Fördereinrichtungen geschaffen, die ihren Fokus auf die Medien- und Kommunikationsbranche richten.

Das Mediengründerzentrum NRW MGZ GmbH versteht sich als Anlaufstelle für Unternehmertalente im Medienland NRW. Das Mediengründerzentrum vergibt seit 2005 jährlich Stipendien, die eine finanzielle Förderung sowie Seminare und Coaching umfassen. Damit soll der Weg in eine erfolgreiche Selbständigkeit geebnet werden.

Auch das Mediencluster NRW bietet u. a. “ein umfassendes Informations- und Serviceangebot von Networking, Förder-/Finanzierungsmöglichkeiten, Unternehmensansiedlungen“. Das Mediencluster begleitet das Innovationsprogramm „Digitale Medien NRW“ im  Rahmen der Initiative Digitales Medienland NRW.


Fokus: IKT

Das Cluster Informations- und Kommunikationstechnologie hat sich u.  a. zum Ziel gesetzt, “die Anzahl der innovativen IKT-Gründungen und damit die Innovationsfähigkeit in Nordrhein-Westfalen insgesamt zu erhöhen“.  So wird über Gründungen in diesem Bereich informiert, in dem sich etwa IKT.NRW Start-ups vorstellen. Es gibt Hinweise zur Finanzierung wie zu Wettbewerben für Start-ups


Branchenübergreifender Service

Unterstützung für Gründerinnen und Gründer bieten ebenfalls Institutionen, die branchenübergreifend tätig sind. Dazu zählen die Startercenter NRW.  Landesweit gibt es 79 Startercenter, die unter dem Motto “Wir machen Gründer groß“ zu Fragen rund um die Existenzgründung informieren und beraten. Auch die weitere Entwicklung der Unternehmen wird begleitet. Die Startercenter werden von den jeweiligen Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern und der kommunale Wirtschaftsförderung vor Ort getragen.

Als Kontaktplattform ist der GRÜNDERGIPFEL NRW  konzipiert. Dort haben Gründungsinteressierte sowie Jungunternehmer/innen die  Gelegenheit, sich zum Thema Selbstständigkeit informieren und beraten zu lassen. Zu den  Veranstalter des GRÜNDERGIPFEL NRW gehört u. a. das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk NRW.


Zentren für Gründerinnen und Gründer

In verschiedenen Orten in NRW  wurden und werden Zentren und Anlaufstellen geschaffen, die Dienstleistungen und Beratung für Gründer/innen  anbieten.

Das  GIZ Gründer- und Innovationszentrum im TechnologiePark Köln bietet „professionelle Beratung von Anfang an sowie eine kontinuierliche Begleitung auch über die eigentliche Startphase hinaus“. Zu den Gesellschaftern zählt die Stadt Köln.
Das Rechtsrheinische Technologie- und Gründerzentrum Köln GmbH versteht sich als einen Gründer-Standort, insbesondere für  „innovative Technologie-Unternehmen“ und erklärt, dass man „Raum und Zeit für Gründer“ besitzt.
Das TechnologieZentrumDortmund bietet „technologieorientierten Unternehmen und Existenzgründern ein umfangreiches Dienstleistungs- und Unterstützungsangebot bei der Umsetzung ihrer Geschäftsidee.“  So wurde ein  co-working-Gemeinschaftsbüro eingerichtet, das Gründer/innen nutzen können.
NUK steht für Neues Unternehmertum Rheinland e. V.. Die Existenzgründerinitiative ist seit 1997 aktiv und unterstützt Gründerinnen „ihre Geschäftsidee in ein Geschäftsmodell umzusetzen und erfolgreich am Markt zu etablieren“. Es gibt u. a. einen Businessplan-Wettbewerb und ein Mentoring-Programm.
„Startplatz“ versteht sich als „Inkubator und Hotspot für die Digital Natives“.  Ziel ist, junge Unternehmen zu unterstützen und einen Treffpunkt für die Kölner Gründerszene zu bieten. So können sich beim Rheinland-Pitch  junge Unternehmen  vorstellen.
Ein anderes Modell repräsentiert das Ufa Lab. Das Lab wurde unter Unternehmens-Beteiligung  als „digitale Produktionsunit“ für „innovatives, transmediales Bewegtbild & Storytelling“ eingerichtet und ist in Köln wie Berlin angesiedelt.


Finanzierung

Ein gut durchdachter Business-Plan ist Grundlage jeder erfolgreichen Gründung. Gerade in Technik-geprägten Branchenfeldern nimmt die Finanzierung der geplanten Unternehmung, der Projekte, Produkte und Dienstleistungen einen wichtigen Stellenwert ein.

Die NRW.Bank hat als Förderbank für Nordrhein-Westfalen u. a. das  Förderfeld  „Gründen & Wachsen“  zu dem die Themen „Gründung“ sowie „Kapitalversorgung der mittelständischen Wirtschaft“ gehören. Motto ist: „In Nordrhein-Westfalen soll keine gute Idee an der Finanzierung scheitern.“ Die NRW.Bank informiert und berät über die Fördermittel der NRW.BANK selber, Fördermittel des Landes, des Bundes und der EU. Über den Förderlotsen ist auch online eine Suche nach geeigneten Programmen möglich.
Über Finanzierungsstrategien wird auf Foren wie dem German.Venture.Day diskutiert.
Auch private Beratungs-Unternehmen sind hier aktiv. Die netSTART Venture GmbH  bietet beispielsweise  „Beratung, Finanzierung, Entwicklung, Umsetzung und Forschung von und für Unternehmen, die in der Net Economy aktiv(er) werden wollen“.


Co-Working und Netzwerke

Gerade Solo-Selbständige, Freiberufler/innen und kleine, junge Unternehmen profitieren auch vom Kontakt untereinander, dem fachlichen Austausch und der Möglichkeit, gemeinsam Infrastruktur nutzen zu können. Was bei Journalist/innen-Büros schon seit Jahren eine gute Praxis ist, hat sich unter dem Label „co-working-spaces“  fortentwickelt.

In den letzten Jahren hat sich eine Reihe von co-working- Angeboten etabliert, andere sind in Gründung.

Ein Beispiel ist Coworking Cologne, das sich als „non-profit“- Projekt  vorstellt und ein produktive Arbeits-Atmosphäre für das mobile Arbeiten schaffen will.

Ein weiteres Projekt in Köln ist der Solutionspace der Solutionseeker, die sich mit der „Arbeitswelt 2.0“ auseinander setzen.

Auch das Colabor in Köln bietet Raum für „Menschen, die sich in vielfältiger Art und Weise für neue Lebens- und Arbeitsmodelle einsetzen.“

Bei der DingFabrik in Köln-Nippes werden Maschinen und Geräte gemeinsam genutzt. Durch Workshops und Vorträge soll der interdisziplinäre Austausch gefördert werden.

Ebenso angelegt ist „der kostenlose Gerätepark für Entwickler“: Open Device Lab Cologne, der Software-Entwickler/innen den Zugriff auf möglichst viele Testgeräte eröffnen will.

In Düsseldorf will die GarageBilk „Existenzgründungen aus den Bereichen Design, Architektur, Werbung, Film, Fotografie, Musik, Literatur und Software den Start erleichtern sowie Unternehmensentwicklungen fördern und begleiten.“

Werk52 bietet in Aachen  „Arbeitsraum, Austausch und Netzwerk, Kooperationspartner und professionelle Unterstützung für ambitionierte und unabhängige Kreative und Wissensarbeiter“.

Das pi28-office hat sich in Münster dem co-working verpflichtet.

Auch das Clusterhaus in Köln will eine neuer Ort für Start-ups sein, der die Vorteile eines eigenen Büros mit der Chance vereint, Netzwerke durch co-working aufzubauen.


Aktuelle Informationen

Die Szene der Gründer/innen und Start-ups ist naturgemäß sehr dynamisch. Wer mehr über die neusten Trends, Gründungen erfahren will, kann einschlägige Portale und Blogs nutzen.

Informationen über die Szene in Köln sind etwa zu finden bei:
http://www.deutsche-startups.de/start-up-lotse-koeln/

Ebenso der Vernetzung, Information und Diskussion sind die Blogs http://www.nrw-startups.de und http://www.thepiratesinn.com verpflichtet.

Dies sind einige Beispiele aus der Gründer-Szene in NRW. Gerne nehmen wir, bei entsprechenden Hinweisen, weitere Tipps auf.

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